FAQ - Oft gestellte Fragen und Antworten
SOS Kinderdorf Rechberg

Die KAMIG unterstützt mit vereinten Kräften das SOS Kinderdorfprojekt in Rechberg. Besuchen Sie dieses Projekt unter:

http://dahoam.rechberg.at/

FAQ - Oft gestellte Fragen und Antworten


Wo findet man die Kamig?

Die Verwaltung und ein Teil der Kaolinaufbereitung befinden sich aufgrund eines Bahnanschlusses in Aisthofen bei Schwertberg.
Die beiden Bergwerksbetriebe der KAMIG liegen im „unteren Mühlviertel“ zwischen Tragwein, Allerheiligen und Mauthausen. Der Hauptbetrieb befindet sich in Kriechbaum, wo Kaolin und Quarzsand gewonnen wird.


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Werk Weinzierl (GZ. 13.088/81-1.4/00)Werk Kriechbaum (GZ. 13.088/81-1.4/00)

Die einzigen derzeit in Österreich bekannten abbauwürdigen Kaolinvorkommen liegen in Oberösterreich, am Südrand der "Böhmischen Masse" im Gebiet um Schwertberg.

Die beiden Bergwerksbetriebe der Kamig liegen also im unteren Mühlviertel zwischen Tragwein und Mauthausen.
Der Hauptbetrieb befindet sich in Kriechbaum (30 km nord-östlich von Linz). In Weinzierl befindet sich eine kleinere Kaolinlagerstätte, die im Tagbau abgebaut wird.

Die Verwaltung und ein Teil der Kaolinaufbereitung haben sich, aufgrund eines Bahnanschlusses, in Aisthofen bei Schwertberg angesiedelt. In Mistelberg bestehen Abbaurechte auf eine Kaolinlagerstätte.

In Münzbach wurde eine Sandgrube gepachtet.

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Wie ist Kaolin entstanden?

Die Kaolinvorkommen, die sich durch hohe Qualität auszeichnen, liegen an tektonischen Bruchlinien und sind im Tertiär, einem erdgeschichtlichen Zeitabschnitt, der mehr als 40 Millionen Jahre zurückliegt, entstanden. Zu dieser Zeit bedeckten ausgedehnte Moorlandschaften und Sümpfe das Land. Die in diesen Mooren und Sümpfen entstandenen schwach organischen Säuren – Humussäuren und humussaure Lösungen – zersetzten zusammen mit der im Wasser gelösten Kohlensäure den Feldspat im Granit und wandelten ihn zu Kaolin um.

Auf diese Art konnte sich eine Primärlagerstätte mit bis zu 40 Meter Mächtigkeit und einer Ausdehnung über mehr als 70 Hektar bilden.
Die Lagerstätten wurden darauf zu Ende der Tertiärzeit, als sich das Land gesenkt hat, vom Meer überflutet und mit mächtigen Meeresablagerungen überdeckt. Zahlreiche Fundstücke von Muscheln und Haifischzähnen, die im Zuge der Bergbautätigkeit zu Tage traten, sind Zeugen dieser Zeit und ermöglichen eine genau Einordnung der einzelnen Gesteinsschichten.

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Was ist Kaolin?

Der Name „Kaolin“ kommt von dem chinesischen Wort „Kao’ling“, mit dem ein weißer Berg bezeichnet wurde, aus dem chinesische Porzellanfabriken mit einem weißen, feldspathältigen Tonmineral versorgt wurden. Erst im 18. Jahrhundert hat ein französischer Jesuitenpater die Bezeichnung aus China nach Europa gebracht. Hier war schon lange dieser Rohstoff bekannt und wurde als „Weißton“ oder „Passauer Erde“ bezeichnet und in den Handel gebracht.
Kaolin, nach seiner chemischen Formel ein wasserhältiges Aluminiumsilikat, besser bekannt als reine weiße Tonerde (lateinisch: bolus alba), ist heute eines der bedeutendsten silikatischen Industrieminerale mit Verwendungsmöglichkeit in vielen Bereichen.

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Wofür wird Kaolin verwendet?

Während früher Kaolin lange Zeit im wesentlichen nur für die Herstellung von Porzellan, Ultramarin und für Malerfarben verwendet wurde, findet er seit Anfang des 20. Jahrhunderts vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.
Vor allem ist es die Papierindustrie, die als Hauptabnehmer des Kaolins auftritt und ihn je nach Qualität als kostengünstigen Füllstoff oder als Streichpigment zur Veredelung der Papieroberfläche einsetzt.
Die Porzellanfabrikation, die Keramik- und die Feuerfestindustrie als die klassischen Kaolinverbraucher verwenden ihn in keramischen Massen und für Glasuren.
Darüber hinaus wird Kaolin in den verschiedensten Branchen eingesetzt, wie z.B. als Extender für Farben und Lacke, als inerter, verstärkender Füllstoff bei Gummi und Kunststoffen, als Trägerstoff für Schädlingsbekämpfungsmittel, als Füllstoff für Dichtungsmassen, Klebstoffe, Bleistifte und Malstifte, für Pharmazeutika und Kosmetika, u. v. a.
Die von der Industrie begehrten Eigenschaften, wie Mineralreinheit, weiße Farbe und kornfeinheit, zeichnen den Kaolin aus dem Mühlviertel aus.

Einige Beispiele zur Verwendung des KAMIG Kaolin:

  • Papierindustrie (Zeitungen, Zeitschriften, Zigarettenpapier, …)
  • Sanitärkeramik (Glasuren für Waschtische, WC, …)
  • Schleifmittelindustrie (keramisch gebundene Schleifmittel)
  • Geschirrkeramik
  • Fliesenindustrie (speziell für Glasuren)
  • Fliesenkleber (Spezialkleber)
  • Porzellan (Isolatoren für Elektroindustrieanlagen, Keramikwerkstättenbedarf, Zusatz für Töpferarbeiten)
  • Farben, Lacke (Dispersionsfarben, Flugzeuglacke, Möbellacke, Bauanstriche)
  • Bleistifte, Malstifte (Minen bei Jolly-Produkten, Koh-I-Noor-Produkte)
  • Klebstoffe (für Papierhülsen)
  • Pflanzenschutzmittel (Zervacol extra, Wildverbissmittel und Pflanzenschutzmittel)
  • Handwaschpaste (Handreiniger Super sandfrei, Handgrün)
  • Pharmaindustrie (Eutercreme)
  • Kosmetika (Munaripackungen, Schlammpackungen für Kurbehandlungen)
  • Gummiindustrie (Gummimischungen, Gummimatten, Spezialgummi)
  • Ziegelindustrie (Rohkaolin für Mauerziegel)
  • Bio-Hausbau (Naturputze)

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Was wird noch produziert?

Bei der Kaolinproduktion fällt auch Quarzsand an. Dieser und weitere Quarzsande aus insgesamt vier verschiedenen Lokalitäten sind hauptsächlich in der Bauindustrie, aber auch im Sportstättenbau (Golf- und Beach Volleyballplätze) und in vielen anderen Bereichen sehr beliebt. Nähere Informationen finden Sie hier. Im Tagbau werden die in der Überlagerung vorkommenden Tone vorwiegend an die Ziegelindustrie geliefert. Andere Materialien finden als Schüttmaterial ihre Anwendung.

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Eigentumsverhältnisse und Belegschaft

Die Kamig ist praktisch seit ihrer Gründung im Jahre 1922 in privatem Familienbesitz.

Geschäftsführung: Mag. Alexander Götzl
Betriebsleitung: DI Johannes Theiss
Verkauf: Prok. Josef Heiligenbrunner
Rechnungswesen: Prok. Andrea Neumüller

Die Kamig beschäftigt derzeit 60 Mitarbeiter.

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